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Paseo Marketing Blog

SEOkomm Recap 2017

Avatar of paseomarketingpaseomarketing - 30. November 2017 - SEM, Google, SEO

Auf der SEOkomm in Salzburg, der Abschlusskonferenz des Jahres, treffen sich die SEOs ein letztes Mal im alten Jahr, bevor sie sich endgültig ins Weihnachtsgeschäft verabschieden. Ein letztes Mal werden Langzeitthemen diskutiert, neue Tools vorgestellt, Prozesse veranschaulicht und auch der ein oder andere Trend für das nächste Jahr besprochen. Auch Paseo Marketing war unter den Besuchern vertreten und hat einige spannende Eindrücke mitgenommen.

URLs in Zukunft nicht mehr wichtig?

Marcus Tandler, der Inhaber von Ryte, ehemals Onpage.org, machte den Anfang. Dabei war das Hauptthema die Umstellung von Onpage.org im vergangenen Jahr. Die Entwicklung seines Unternehmens nahm er als Beispiel für typische SEO-Themen, die beim Umzug einer Webseite immer mitberücksichtigt werden mussten.

So gehören Seitenladezeit und CTR (Click-Trough-Rate), klassische technische Optimierungspunkte, auch für das Weboptimizier-Tool aus München zu den wichtigen Themen Ihres Webseitenumzugs. Denn User wollen die für sie relevanten Inhalte schnell abrufen können. Die CTR gibt Informationen darüber, wie sich ein Nutzer durch die Seite klickt.

Marcus Tandler nahm auch andere spannende Entwicklungen auf, wie beispielsweise die immer unwichtigere Rolle der URLs. Mit den neu ausgerolltem AMPs, zeigt Google bereits keine URLs mehr an; denn diese werden für die User zunehmend unwichtiger. Für die mobile Nutzung spielt die URL sowieso eher eine untergeordnete Rolle, da diese auf dem Smartphone kaum noch wahrgenommen wird. Wie die Relevanz der URL sich in Zukunft entwickelt bleibt also abzuwarten.

Mobile first?

Wie schon im letzten Jahr angekündigt, ist Google dabei auf „mobile first“ umzustellen. Google misst Mobiltelefonen eine immer größere Rolle bei der Suche nach Informationen zu. Das liegt daran, dass die Desktopnutzung stagniert, während die mobile Nutzung mehr und mehr zunimmt. Auch in Zukunft wird der Suchmaschinenriese die mobile Suche immer weiter bevorzugen.

Marcus Tandler geht aber noch viel weiter: Denn was kommt nach „mobile first“? Etwa „cloud indexing first“? Fakt ist, dass Google seine Cloud-Dienste immer weiter ausbaut. Möglich sei es also, dass ganze Webseiten in eine Cloud geladen werden. So würde die Seitenladezeit bald nicht mehr wichtig sein, denn diese bestimmt dann Google selbst. Außerdem könnte Google auch die Nutzersignale viel detaillierter abbilden, da die Webseiten bei Google selbst liegen. Links als Empfehlung würden damit weniger Bedeutung bekommen. Wie die Entwicklung der URL, bleibt aber auch „Cloud Indexing first“ ein Thema, über dass sich derzeit nur spekulieren lässt.  

Der Vortrag von Marcus Tandler beinhaltete also weniger Trends für das nächste Jahr, sondern mögliche Entwicklungen von Google, die für Suchmaschinenoptimierer und Webseiteninhaber interessant sein könnten. Es gilt auch im nächsten Jahr wieder, sich über aktuelle Trends auf dem Laufenden zu halten.

Google Algorithmus bleibt unberechenbar

Der Vortrag von Prof. Dr. Mario Fischer machte deutlich: DEN Algorithmus von Google gibt es gar nicht. Denn Googles Algorithmus ist ständig in Bewegung und verändert sich so schnell, dass es keine ultimative Formel gibt.

Für Google dennoch relevant, sind aktuelle Inhalte. Dabei sind aber nicht nur Keywords wichtig, sondern vor allem Themen. „Denke nicht in Keywords, sondern in ganzen Themenfeldern.“, heißt es, denn nur so können die wirklich wichtigen Fragen eines Users auch beantwortet werden. Zudem wurden rund 15-20% der Suchanfragen vorher noch nie so gestellt.

Also gilt weiterhin, dass wir uns in die Nutzer hineinversetzen und erkennen müssen, wie sie suchen und fragen. Denn letztendlich ist das eine Ziel: Für Keywords und Themen gefunden zu werden, nach denen der User sucht. Grundlegend bedeutet das nicht nur, die Betriebsbrille auch mal abzulegen und mit dem Sprachschatz der Kunden umzugehen, sondern auch regionale Sprachunterschiede zu berücksichtigen. Auch die Zielgruppe und deren Kenntnisstand sind für die Kreation der Inhalte bedeutend: Neulinge, die das erste Mal nach einem Begriff suchen und dem Thema fremd sind, suchen anders als Menschen die bereits inhaltliches Wissen vorweisen können.

Wie Alexa und Co. Unsere Suchanfragen verändern

Karl Kratz, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, beschäftigte sich mit dem immer wieder aufkommenden Thema „Voice Search“. Von vielen als „next big thing“ vorausgesagt, bringt Karl Kratz nahe wie beispielsweise eine Alexa funktioniert und auf welche Tücken wir im Alltag mit ihr stoßen.

Bei einer Produktanfrage werden beispielsweise nur die ersten zwei Ergebnisse berücksichtigt. Die restlichen Produkte fallen raus – und verlieren. Die Suche nach einer Tasse oder einer Hose bietet damit keine endlosen Möglichkeiten der Auswahl mehr – Optik, Design, Größe, Farbe – all das bestimmt Alexa. Sie beschränkt sich auf die Bestplatzierten. Die Auswahl wird von vornherein extrem eingeschränkt.

Dagegen ist es machbar und unheimlich einfach, mit Alexa bereits einmal gekaufte Produkte erneut zu bestellen. Durch ein Einfaches „Bestell mir meine Kontaktlinsen“, beginnt Alexa Produktname, -nummer und andere Informationen aufzuzählen und fragt danach, ob das Produkt gekauft werden soll. Ein „Ja“ dazu reicht, egal ob von Karl Kratz oder dem Publikum – Alexa kauft.

Auch das Geheimnis, welchen Plattformen und Suchmaschinen sich Sprachassistenten bedienen geht Karl Kratz auf den Grund. Was dem einen Liebling, ist des anderen Feind – mal Yelp, mal Google My Buisness, mal Bing, mal Google. Es liegt nicht mehr in der Hand des Users, welche Seite er für seine Informationen besucht; denn diese Entscheidung nimmt uns der neue Sprachassistent ab.

Die Entwicklung zeigt, dass Voice Search bereits einen unheimlich großen Sprung gemacht hat, sie aber noch weit entfernt davon ist, von jedem optimal genutzt zu werden. Gerade auf dem Mobiltelefon häufen sich Scherzfragen oder allgemeine Suchanfragen wie „Zeig mir das nächste Restaurant.“ Den Trend sollte man trotzdem weiter beobachten, denn optimierte Sprachassistenten könnten in Zukunft bessere Nutzererfahrung vorweisen und spätestens dann, wird Voice Search ein noch interessantes Thema.

User Signals und UX für mehr Conversions

Auch Basics gehen bei der SEOkomm nicht verloren. Viel mehr wird auf den Basics aufgebaut. Sie werden weiter vertieft, neu interpretiert, um schlussendlich zum besten Ergebnis zu kommen. Beispielsweise müssen die Basics für verbesserte User Signals bekannt sein, um die Usability in vollem Umfang zu optimieren. Zu den Basics gehört zum einen die visuelle Hierarchie, die den User innerhalb von Sekunden entscheiden lässt, ob er sich weiter auf der Seite bewegt oder weitersucht. Zum anderen gehören auch Prozessbeschreibungen (Was genau erwartet den User auf unserer Webseite?) aber auch vertrauenswollte Elemente sowie eine Call-to-Action.

Zusätzlich zu den Basics ist aber ein weiterer Faktor notwendig, um die Usability zu optimieren: Die Betriebsbrille abzulegen und das zu sehen, was der User sieht. Anhand simpler Beispiele erklärte der Vortragende Nils Kattau beispielsweise welche Informationen dem User fehlten um tatsächlich zu kaufen.

Um das ganze Projekt „Usability-Optimierung“ zum Ende zu bringen, ist aber auch ausschlaggebend, alle Punkte einzeln auf ihre Relevanz, Notwendigkeit und Wirkung zu überprüfen, um nachher eine Seite zu kreieren, die sowohl dem User, dem, Webseiteninhaber als auch der beauftragten Agentur gefällt und viel wichtiger – zu mehr Conversions führt.

OnPage SEO effizient strukturieren

Ein weiterer spannender Vortrag kam von Stefan Keil. Jede Agentur ist vor die Aufgabe gestellt, Kundenabhängig zu entscheiden welche Hebel in Gang gesetzt werden müssen um den Webauftritt nachhaltig zu optimieren. Anschaulich wird der gesamte SEO-Prozess gegliedert, erklärt und priorisiert.

Stefan Keil gliedert die Suchmaschinenoptimierung in vier Prozesse auf: die IT, die Informationsarchitektur, den Content und das Monitoring. Jeder einzelne Prozess muss richtig priorisiert und erarbeitet werden, damit die Suchmaschinenoptimierung erfolgreich gelingt.

Linkbuilding und Linkmanagement 2018

Linkbuilding und Linkmanagement war das letzte wichtige Thema, zu dem wir den Vortrag besuchten. Ein sensibles Thema, denn in der Branche sind viele Meinungen über das richtige Linkmanagement vertreten.

Am besten fährt jedoch der, der auch in Zukunft sein Linkprofil sauber hält, das heißt regelmäßig minderwertige Links abzubauen. Erst danach sollten langsam qualitative Links aufgebaut werden, denn Google achtet immer mehr darauf, dass kein Linkkauf entsteht.

Spannende Erkenntnisse mit im Gepäck

Die SEOkomm ist nicht nur eine Weiterbildung um viele neue Themen und Erkenntnisse mitzunehmen. Sondern sie ist auch immer wieder ein wichtiger Austausch mit anderen Kollegen aus der Branche, um die eigene Arbeit zu reflektieren. Denn letztendlich bleibt SEO ein verstrickter Prozess mit vielen Stellschrauben, die wir an den richtigen Stellen drehen müssen.

So nehmen wir viele Anregungen für das neue Jahr mit um noch besser zu werden. Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

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