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Die Rückkehr der Google-Bildersuche

Avatar of paseomarketingpaseomarketing - 12. Juli 2018 - Google

Nach einer langen juristischen Auseinandersetzung mit der Bildagentur Getty Images hat die Suchmaschine Google entscheidende Veränderungen an ihrer populären Bildersuche vorgenommen. Wie positiv sich diese Änderungen auf Website-Betreiber ausgewirkt haben, zeigt eine Studie des amerikanischen Search-Experten Anthony Mueller.

Doch von Anfang an:

Im Januar 2013 änderte Google die Funktionalität seiner Bildersuche dahingehend, dass sich jeder Nutzer die gefundene Bilddatei direkt anschauen und herunterladen konnte. Entscheidend war dabei, dass die Datei auf Servern der Suchmaschine zwischengespeichert wurde und der Nutzer mit Hilfe des "View Image"-Buttons auf diese Datei zugreifen konnten. Als Konsequenz kam es kaum mehr zu Klicks auf die Seiten von Inhaltsanbietern und Rechteinhabern, der organische Traffic aus der Bildersuche brach teilweise um mehr als 70 Prozent ein.

Besonders kritisch war diese Entwicklung für Webseiten, die sich, wie beispielsweise bei Mode- oder Möbelhändlern, auf das visuell geprägte Feld der Inspiration fokussieren und mit großem Aufwand eine Optimierung ihrer Bildinhalte betrieben hatten. Gerade für E-Commerce-Betreiber brach nicht nur der Traffic, sondern auch der Umsatz ein.

Drei Jahre später reichte die traditionsreiche Bildagentur Getty Images eine Wettbewerbsklage bei der Europäischen Kommission ein, "Old Europe" sollte es mal wieder regeln, so schien es. Das Vorgehen von Getty sollte von Erfolg gekrönt sein und so verschwand der "View Image"-Button Anfang 2018 aus der Google Bildersuche. Der interessierte Nutzer muss also die Originalseite besuchen, um auf die Originaldatei zugreifen zu können.

Aus diesem Grund hat der gut vernetzte Search-Experte Mueller bei rund 60 großen Unternehmen weltweit angefragt, ob diese bereits ein knappes halbes Jahr nach der Umstellung Auswirkungen in ihrem Website-Traffic erkennen können. Das Ergebnis: Im Schnitt sind die Besuche aus der Google-Bildersuche um 37 Prozent gestiegen. Während der Datenlage zufolge Impressions und Rankingpositionen in der Bildersuche relativ stabil geblieben sind, hat sich der Click-Through bei allen befragten Unternehmen drastisch erhöht. Auch Conversions aus der Bildersuche sind laut der Studie um rund zehn Prozent gestiegen.

Natürlich kann der geschulte User noch immer auf andere Suchmaschinen wie Microsofts "Bing" oder "Duck Duck Go" ausweichen. Beide Suchmaschinen hatten den direkten Zugriff auf Bilddateien nie abgeschafft. Aufgrund von Googles Marktmacht sei aber jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die Optimierung von Bildinhalten neu zu priorisieren, um das neue Wachstumspotential auszuschöpfen, so der Autor. Derzeit stellt die Textsuche noch die dominantere Methode zur Informationsbeschaffung dar. Insbesondere im Einzelhandel aber zeichnet sich ein Paradigmenwechsel zur visuellen Suche ab.

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