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E-Commerce Trends 2019

Avatar of Alexander KellerAlexander Keller - 10. Januar 2019 - SEM, SEO

Diese 12 Trends verändern das Online-Shopping 2019

 

 

Personalisierung, Marktplätze, Big Data, Cloud und Shopping auf allen Kanälen – das sind 2019 die großen Trends im E-Commerce. Zwei Dinge sind dabei gewiss: Der Online-Handel legt weiter zu und die Marktmacht von Amazon, Ebay und Co. nimmt ebenfalls zu. Für all die anderen bedeutet das jedoch nicht, zu resignieren. Vielmehr sind Kreativität und Schnelligkeit gefragt – denn Möglichkeiten und Nischen finden sich zuhauf, damit im eigenen Online-Shop weiterhin die Kasse klingelt.

Um 11,3 Prozent legte der Online-Handel in den ersten drei Quartalen 2018 zu gegenüber dem Vorjahr. In absoluten Zahlen bedeutet das ein Umsatz von rund 15,2 Milliarden Euro gegenüber 13,6 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum. Ungefähr die Hälfte davon entfällt auf Online-Marktplätze. Deren Erfolg beruht vor allem darauf: Die großen Online Marktplätze wissen, was wir wann gekauft haben und vor allem, was wir vielleicht noch kaufen wollen oder sie schlagen uns komplett neue Produkte vor. Dabei ist es auch enorm praktisch, dass so ziemlich alle Vertriebskanäle mit nur einem Klick erreichbar sind und die Endkunden so ein kanalübergreifendes Kauferlebnis genießen können.

Gleichzeitig heißt das aber auch für Online-Shops, dass neue technische und konzeptionelle Lösungen her müssen – und zwar schnell. Während die Einen bereits ihre Angebote für Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant optimiert haben und neue Lieferwege wie Drohnen testen, scheitern andere bereits daran, Produktdaten einzubinden und Waren schnell und kostengünstig auszuliefern.

 

E-Commerce Studie 2018

Bereits im Jahr 2018 vollzogen sich im E-Commerce beachtliche Verschiebungen, wie die E-Commerce Studie von Aufgesang zeigt. Neue Kanäle werden immer wichtiger, während andere hingegen in den Hintergrund gerückt sind.

  • Die Universal Search wie beispielsweise Bilder, Maps, News und Video wurde in den letzten vier Jahren zunehmend wichtiger
  • Während der Facebook-Traffic eher abnimmt, werden Seiten wie Instagram oder YouTube immer wichtiger
  • Die organische Suche ist und bleibt der Traffic-Kanal Nummer eins

 

E-Commerce Trends 2019

Wir wagen den Blick in die Glaskugel und sehen 2019 weitere Veränderungen und neue Trends:

 

#1 Distributed Commerce

Immer und überall, gleich welches mobile Endgerät im Einsatz ist: Wir können überall shoppen. Während wir dafür bis vor einigen Jahren noch in die Geschäfte gehen mussten und dort selten das Gesuchte gefunden haben, ist es mittlerweile möglich, überall direkt zu kaufen. Distributed Commerce ist der Trend schlechthin. Händler integrieren die Kaufoption auf Plattformen oder in sozialen Netzwerken, um ein Shoppingerlebnis auf allen Kanälen zu garantieren. Der Kunde wird zum Bezahlen also künftig nicht mehr in den Online-Shop geleitet, sondern bezahlt direkt auf Facebook oder Instagram.

 

#2 Mobile Only

Oft wird in der Branche von „Mobile First“-Erlebnissen gesprochen, bei denen sich zuerst auf die mobile Variante eines Shops konzentriert wird. Tatsächlich entwickelt sich seit einiger Zeit der Trend in Richtung „Mobile Only“. Wie der Name schon sagt, verzichten Online-Shops, die auf „Mobile Only“ setzen, gänzlich auf die Desktop-Präsenz. Unternehmen wie beispielsweise der Online-Marktplatz  Wish fahren auf dieser Schiene mehr als erfolgreich. Während herkömmliche Online-Shops oft mit schlecht gestalteter oder veralteter Optik dem eigenen Ruf schaden, glänzen junge, moderne Unternehmen mit zeitlosen Shops auf dem Smartphone. Weg von stationär, hin zu mobil und überall erreichbar. 

 

#3 Handel in den Wolken

Die Cloud - auch wenn es viele Shops lange verschlafen haben - wird künftig sicherlich an Bedeutung gewinnen, trotz DSGVO. Die Cloud bietet dem E-Commerce-Betreiber den entscheidenden Vorteil, dass sich diese für Online-Shops jeglicher Größe eignet. Während sich der Aufbau und der Betrieb einer eigenen Shop-Infrastruktur nur für sehr große Web­shops rechnet, kann ein Cloud-Shop erst einmal klein starten und flexibel wachsen. Dabei ist ein Cloud-Shop deutlich flexibler und zuverlässiger auch bei Spitzenlasten wie am Black Friday. Je nach Online-Shop können die Kosten bei einer Cloud-Lösung deutlich höher sein und auch die Frage des Datenschutzes muss auf jeden Fall geklärt sein, bevor Händler sich für die Cloud entscheiden. Dennoch werden auch 2019 immer mehr Shops aus der Wolke kommen.

 

#4 Big Data und Künstliche Intelligenz

Große Datenmengen verwertbar machen ist das, worauf es im Online-Handel zunehmend ankommt. Denn nirgendwo anders zeigen Daten das Verhalten und die Entscheidungen der Kunden so gut. Die Daten müssen allerdings auch in das System integriert werden, um den Kunden besser zu verstehen und entsprechend dann gezielte Angebote unterbreiten zu können. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) soll das möglich werden, damit auch das Marketing noch mehr auf den Kunden ausgerichtet werden kann und man diesem einen Mehrwert bietet. Aktuell ist künstliche Intelligenz jedoch eher nur ein Buzzword und wird von einigen Anbietern in diversen Services angeboten. Viel dahinter steckt bisher in den meisten Fällen jedoch nicht – noch nicht. Die Einsatzmöglichkeiten von KI sind aktuell noch zu begrenzt und unausgereift.

 

#5 Personalisierung

Individuell muss es ein – Kunden erwarten von Unternehmen gezielt abgestimmte Angebote und Produktempfehlungen. Daher heißt es für die Unternehmer: Daten sammeln und auswerten. Die gesamte Zielgruppenkommunikation muss in Zukunft komplett personalisiert werden, angefangen bei der persönlichen Ansprache. Zwei weitere wichtige Faktoren sind Usability und Design einer Webseite. Ein individuelleres Erscheinungsbild sowie angepasste Benutzerführung verbessern die Nutzererfahrung. A/B-Testing ermöglicht eine genauere Anpassung an den Kunden und erhöht die Chance auf Conversions.

 

#6 Schnelligkeit

Für Unternehmen wird es mittlerweile immer schwieriger mit dem Innovationstempo der großen Marktplätze mitzukommen. Das ist eigentlich nur noch für die möglich, die bereits seit Jahren in technische Infrastruktur und Prozesse investieren – die übrigen müssen sich wohl langsam mit dem Gedanken abfinden, sich den Marktgiganten wie Amazon unterzuordnen. Der Wettbewerb im Online-Handel wird immer größer – auch weil es inzwischen verstärkt darauf ankommt, die Kunden mithilfe mehrerer Kanäle abzuholen: Suchmaschinen, Social Media, Marktplätze, stationäre Präsenz oder Voice Search sind nur einige Beispiele. Die Fähigkeit sich schnell an die neuen Gegebenheiten und das sich ändernde Nutzungsverhalten der Kunden anzupassen wird immer wichtiger.

 

#7 Innovation statt Imitation

Händler können nur dann erfolgreich sein, wenn diese sich durch innovative Geschäftsmodelle hervorheben und nicht versuchen Services der großen Player zu kopieren. Dabei lohnt es sich vor allem in anderen Branchen und Bereichen nach Best-Practice-Beispielen zu suchen und eigene Services zu entwickeln. Ein interessantes Beispiel für Innovation im E-Commerce bietet der Premium-Matratzen-Händler Elite aus der Schweiz. Statt Kosten zu senken oder Konkurrenten aufzukaufen hat er ein neues Geschäftsmodell entwickelt und dabei die Idee des Autoleasings auf Matratzen übertragen. Hotels erhalten die Premium-Matratzen - in der eine Chip integriert ist - umsonst und zahlen nur eine Gebühr, wenn diese Matratzen wirklich benutzt werden. Für Hotels sinken die Investitionskosten massiv und der Händler bekommt deutlich mehr Matratzen „verleast“. In der Regel haben sich die Herstellungskosten der Matratze nach 2 Jahren amortisiert und die restlichen 6 bis 8 Jahre der Lebensdauer der Matratze sind reiner Gewinn für den Hersteller. Dieses Beispiel zeigt, wie Händler ohne das Kopieren von Services wie Same-Day-Lieferungen oder Kostensenkungen es schaffen können, gegen große Marktplätze zu bestehen.

 

 

#8 Kundenbeziehung

Preistransparenz dank zahlreichenrVergleichsportale sorgt dafür, dass größtenteils nur noch Produkt und Preis im Vordergrund stehen. Daher ist die Kundenbindung im E-Commerce eine der größten Herausforderungen überhaupt. Dem Kunden muss ein Shopping-Erlebnis geboten werden, dass er so schnell nicht wieder vergisst, an das er sich gerne zurückerinnert. Dafür muss diesem gezeigt werden, dass der Händler genau weiß, was die Kunden wollen – gutes Content-Marketing ist das Stichwort. Aber auch die Produktpräsentation wird eine zunehmend wichtigere Rolle einnehmen. Die Ansprüche der Kunden sind bislang schon gewachsen und werden es wohl auch noch weiter tun. Personalisierte Kundenbetreuung wird für Online-Shops eine der Herausforderungen 2019 – ohne geht es nämlich fast nicht mehr.

 

#9 Hersteller als Händler

Mehr und mehr werden Hersteller selbst zum Händler. Diese wollen von der Kunden- und Markttransparenz auf Datenbasis ebenso profitieren wie die ursprünglichen Händler und so kundenzentrierter arbeiten, um Kunden an die Marke zu binden. In den USA platziert Marktführer Amazon aktuell geschickt Eigenmarken. Diese werden unmittelbar neben bereits bestehenden Markenartikeln verlinkt. Somit wird implizit nach Bedarf von Amazon-eigenen Marken gefragt. Auch in Deutschland soll das Feature noch eingeführt werden.

 

#10 Marktplätze

Große Marktplätze ist gleich große Anziehungskraft – dies wird sich im kommenden Jahr noch verstärken. Ihre Dominanz des Marktes schreitet voran und damit einher geht das Setzen von Standards. Entsprechend intensiv widmet sich die Marketing-Branche der Optimierung dieser Marktplätze. Amazon-Optimierung ermöglicht bereits heute - zumindest meist - eine beachtliche Steigerung des Umsatzes. Tatsächlich profitieren neben Amazon noch weitere Online-Shops vom wachsenden E-Commerce. Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba eröffnet aktuell ein großes Logistikzentrum in Lüttich. Alibaba hat erst vor kurzem aufmerksamkeitsstark die Muskeln spielen lassen: Am Singles Day, dem weltweiten Shopping-Event mit Ursprung in China, wurden über die verschiedenen Plattformen Waren im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar verkauft, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutsche Kunden suchen bei AliExpress vor allem Schnäppchen. Mit der Eröffnung des Logistikzentrums nimmt die Expansion in Europa Gestalt an.

 

#11 Krise der Zulieferer

Klassische Paketzuliefererdienste sind schlecht vorbereitet auf den immer stärker zunehmenden Online-Handel bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen der Verbraucher und Marktplätze. Viele sprechen schon von „Dauer-Weihnachten“ an der Paketfront. Die Folge davon ist, dass Unternehmen wie Amazon mehr und mehr ihre eigene Logistik aufbauen – aktuell jedoch noch mit Startschwierigkeiten. Doch immer mehr innovative Geschäftsmodelle mit hauseigener Logistik entstehen aus dem Wachstum des Online-Handels. Anbieter wie beispielsweise Picnic der App-Supermarkt liefern frische Lebensmittel und setzen dabei auf eine eigene Logistiklieferservice, der durch Effizienz und Kundenfreundlichkeit überzeugt.

 

#12 Food

In den Bereichen Elektronik oder Bekleidung gehört Online-Shopping zum Alltag, im Lebensmittelhandel stecken aktuell noch viele Chancen und Wachstumspotenziale der Digitalisierung. Viele Lebensmittel- und Handels-Konzerne wie Oetker mit Oetkerdigital oder Metro mit Metro accelerator versuchen mit Inkubatoren-Zentren neue digitale Geschäftsfelder zu erschließen. Neue Innovative Geschäftsmodelle wie Flaschenpost revolutionieren durch unfassbar schnelle Lieferzeiten und kundenorientierte Services den Getränkehandel.

 

Fazit

Die Bedeuteung des Online-Handels wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Entwicklungen und neue Trends kristallisieren sich stetig heraus und es bedeutet enorm viel Arbeit im Haifischbecken E-Commerce zu überleben. Innovative Services, die Verknüpfung unterschiedlicher Kanäle sowie die direkte Kundenansprache und Personalisierung sind dabei die Themen, auf die es künftig stark ankommen wird. Ein Shopping-Erlebnis zu gestalten, das Emotionen bei den Nutzern hervorruft – das ist es, worauf es ankommt, um im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können und sich von den großen Marktplätzen zu differenzieren. 

Wer schreibt hier?

Alexander Keller - Head of SEO Paseo Marketing

Alexander Keller
Chief Search Architect
Kontakt@paseo-marketing.de

Aktiv seit 2009 in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Digitalisierung und Growth Hacking - gerne berate ich Sie zu allen Fragen rund um Suchmaschinen und erfolgreiche Online Marketing Strategien: Jetzt kontaktieren 

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