Ihre Checkliste für eine barrierefreie Website – BFSG 2026

von | Feb. 26, 2026 | Allgemein, SEO

In einer digitalisierten Welt, in der das Internet eine zentrale Rolle im Alltag spielt, ist Barrierefreiheit längst nicht mehr nur eine ethische Frage – seit dem 28. Juni 2025 ist sie durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ein rechtliches Muss. Eine barrierefreie Website ermöglicht Menschen mit verschiedenen Einschränkungen die uneingeschränkte Nutzung Ihrer digitalen Angebote. Gleichzeitig profitieren Sie von besseren Rankings, einer höheren Reichweite und gestärkter Kundenloyalität. In diesem aktualisierten Leitfaden präsentieren wir Ihnen eine umfassende Checkliste für BFSG-konforme Websites und zeigen, wie Sie die Anforderungen praktisch umsetzen.

Was ist das BFSG und warum ist es ab 2026 verpflichtend?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist die deutsche Umsetzung des European Accessibility Acts (EAA). Seit dem 28. Juni 2025 müssen Unternehmen, die digitale Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher bereitstellen, diese barrierefrei gestalten. Das betrifft vor allem Websites, Online-Shops, Apps und digitale Services. Für Verstöße gegen das BFSG drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro sowie Einschränkungen der Marktüberwachungsbehörden.

Ausnahme: Kleinstunternehmen (weniger als 10 Beschäftigte und max. 2 Millionen Euro Jahresumsatz) sind teilweise ausgenommen – müssen aber dennoch als Produkthersteller die Anforderungen erfüllen, wenn sie Produkte in Umlauf bringen.

    Welche technischen Standards gelten?

    Die Anforderungen des BFSG basieren auf internationalen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) in der Konformitätsstufe AA. Diese werden durch die europäische Norm EN 301 549 konkretisiert. Automatische Testing-Tools allein reichen nicht aus – nach aktuellen Erkenntnissen prüfen sie nur etwa 30% der erforderlichen Kriterien. Eine umfassende Umsetzung erfordert daher fachliche Expertise.

    Wichtig: Overlay-Lösungen und externe Accessibility-Plugins sind keine ausreichende Lösung. Sie können sogar neue Barrieren schaffen und Screenreader oder andere assistive Technologien stören. Barrierefreiheit muss in die technische Grundarchitektur Ihrer Website eingebaut sein.

      Für wen sind barrierefreie Websites konzipiert?

      Barrierefreie Websites sind speziell für Menschen mit verschiedenen Arten von Einschränkungen und Behinderungen konzipiert, darunter: 

      • Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit benötigen Screenreader und ausführliche Alt-Texte für Bilder.

      • Menschen mit Hörbeeinträchtigungen sind auf Untertitel und Transkripte von Audioinhalten angewiesen.

      • Menschen mit motorischen Einschränkungen brauchen eine Website, die vollständig per Tastatur navigierbar ist.

      • Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen profitieren von klarer Struktur, einfacher Sprache und intuitivem Design.

      • Senioren und Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen (z.B. verletzter Arm) nutzen Accessibility-Features ebenfalls.

        Was sind die wesentlichen Vorteile von barrierefreien Websites?

        Durch die Barrierefreiheit werden digitale Hindernisse und Barrieren abgebaut und eine breitere Teilhabe am Internet ermöglicht. Somit dienen barrierefreie Websites der Förderung von Gleichberechtigung und Zugänglichkeit im digitalen Raum. Zu den weiteren Vorteilen barrierefreier Websites zählen:

         

        • Größere Reichweite: Barrierefreie Websites erreichen ein breiteres Publikum, da sie für alle Benutzer zugänglich sind, unabhängig von deren Fähigkeiten oder Einschränkungen. 
        • Besseres Benutzererlebnis: Eine barrierefreie Website bietet allen Benutzern ein optimales Online-Erlebnis, da sie intuitiv zu navigieren ist und klare Anweisungen sowie alternative Inhaltsformate bietet. 
        • Verbessertes SEO: Barrierefreie Websites werden von Suchmaschinen besser bewertet, da sie eine bessere Benutzererfahrung bieten und somit die Absprungrate reduzieren können. Dies kann zu einem höheren Ranking in den Suchergebnissen führen. Hinzu kommen ALT-Texte, welche ebenfalls positiv bewertet werden. 
        • Image und Reputation: Indem Sie eine barrierefreie Website erstellen, zeigen Sie Ihr Engagement für Gleichberechtigung und Zugänglichkeit. Wenn sie dies entsprechend kommunizieren, kann es Ihr Image stärken und das Vertrauen der Benutzer erhöhen. 
        • Inklusion und Teilhabe: Barrierefreie Websites tragen dazu bei, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, indem sie Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten die gleichen Chancen bieten, am digitalen Leben teilzuhaben. 
        • Rechtliche Konformität: Barrierefreiheit ist in vielen Ländern gesetzlich vorgeschrieben. Durch die Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards können rechtliche Risiken und mögliche Klagen wegen Diskriminierung oder Verletzung von Zugänglichkeitsrichtlinien vermieden werden.

        Ihre Checkliste für eine barrierefreie BFSG-konforme Website

        Wir haben besonders wichtige Kriterien für eine barrierefreie Website für Sie zusammengestellt:

        1. NAVIGATION UND STRUKTUR

         Logischer & intuitiver Aufbau:

        Barrierefreie Websites sollten grundsätzlich immer einer logischen und intuitiven Struktur folgen, um ein reibungsloses Nutzererlebnis zu gewährleisten. Ein sauberer, fehlerfreier Seitenquelltext ist Voraussetzung für Barrierefreiheit.

        • Der Seitenquelltext (HTML) muss fehlerfrei sein
        • Eine klare Content-Hierarchie ermöglicht einfache Navigation
        • Alle Funktionen müssen semantisch korrekt ausgezeichnet sein

        Einfache Navigation:

        Besucher Ihrer Website sollten diese mühelos durchqueren können. Dazu gehören ein logischer Aufbau des Menüs, leicht verständliche Linktexte und die Konsistenz von Elementen mit gleicher Funktion über die gesamte Website hinweg. Darüber hinaus bieten sich verschiedene Navigationsmöglichkeiten an, wie Sprungmarken, Inhaltsverzeichnisse und eine Suchfunktion:

        • Alle interaktiven Elemente müssen per Tastatur erreichbar sein
        • Fokusreihenfolge muss logisch und nachvollziehbar sein
        • Tastaturfokus muss immer sichtbar sein (kein outline: none ohne Alternative)
        • Skip-Links ermöglichen das Überspringen von sich wiederholenden Inhalten

         Struktur der Überschriften:

        Überschriften gliedern die Struktur Ihrer Website. Logische und aussagekräftige Überschriften erleichtern es den Benutzern, sich auf der Seite zurechtzufinden und den Inhalten zu folgen.  

        • Nutzen Sie H1, H2, H3 usw. in logischer Abfolge
        • Pro Seite sollte es nur eine H1 geben
        • Überschriften beschreiben den Seiteninhalt präzise
        • Verwenden Sie Überschriften nicht nur zur Formatierung

        Responsives Design:

        Ihre Website sollte sich automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen wie Handys oder Tablets anpassen, damit die Inhalte sowohl auf großen als auch kleinen Bildschirmen gut lesbar bleiben. 

        • Inhalte müssen auf allen Bildschirmgrößen lesbar bleiben
        • Funktionalität muss auch bei 200% Zoom erhalten bleiben
        • Touch-Ziele sollten mindestens 48 x 48 CSS-Pixel groß sein

        2. SPRACHE

         Korrekt gekennzeichnete Sprache:

        Im ersten Schritt sollte die gewünschte Sprache im Seitenquelltext korrekt angegeben sein:

        • Setzen Sie <html lang=“de“> korrekt
        • Mehrsprachige Inhalte müssen mit lang-Attributen gekennzeichnet sein
        • Screen-Reader lesen die Website sonst mit falscher Aussprache vor

         Einfache und verständliche Sprache:

        Formulieren Sie Ihre Texte möglichst einfach und verständlich und verzichten Sie auf lange Sätze. Gerade bei komplexeren Websites kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Version in leichter Sprache anzubieten:

        • Formulieren Sie kurz und prägnant
        • Vermeiden Sie lange, verschachtelte Sätze
        • Nutzen Sie Listenformate zur Strukturierung
        • Bieten Sie bei Bedarf eine Version in leichter Sprache an

        Fremdwörter, Fachbegriffe und Abkürzungen vermeiden:

        Vermeiden Sie komplizierte Fachbegriffe und Fremdwörter sowie Abkürzungen.  Außerdem sollten Abkürzungen bei ihrer ersten Erwähnung ausgeschrieben werden. Wenn die korrekte Aussprache eines Wortes wichtig ist, wird sie direkt nach dem Wort angegeben: 

        • Erklären Sie technische Terms im Text oder via Glossar
        • Schreiben Sie Abkürzungen beim ersten Vorkommen aus: „SEO (Suchmaschinenoptimierung)”
        • Nutzen Sie das <abbr>-Element für Abkürzungen

        3. MEDIEN & DESIGN

        Gute Lesbarkeit und Größe:

        Achten Sie auf eine angemessene Schriftgröße sowie passende Zeichen- und Zeilenabstände. Als Orientierung gilt: Innerhalb von Absätzen ist der Zeilenabstand mindestens 1,5-fach und der Absatzabstand mindestens 1,5-fach so groß wie der Zeilenabstand. Darüber hinaus sollte der Benutzer in der Lage sein, eigene Anpassungen für Schriftgröße, Zeilen- oder Zeichenabstände vornehmen zu können. Neben den Textelementen sollten auch Buttons, Links und Navigationsmenüs in entsprechender Größe bereitbestellt werden:

        • Minimale Schriftgröße: 14-16px für Body-Text
        • Zeilenabstand mindestens 1,5x, Absatzabstand mindestens 1,5x Zeilenabstand
        • Benutzer sollten Schriftgröße bis 200% vergrößern können
        • Wählen Sie leserliche Schriftarten (sans-serif oft besser bei Bildschirmen)

        Gutes Kontrastverhältnis:

        Ein angemessener Kontrast gewährleistet, dass Nutzer mit Sehbeeinträchtigungen die Inhalte klar erkennen können. Zugleich verbessert er die allgemeine Lesbarkeit und erleichtert allen Nutzern das schnelle Erfassen von Informationen. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Farben besonders auf Farbenblindheit und Sehschwächen, wie beispielsweise die Rot-Grün-Schwäche:

        • Text-zu-Hintergrund-Kontrastverhältnis mindestens 4,5:1 (normal) oder 3:1 (groß)
        • Nicht auf Farbe allein verlassen, um Informationen zu vermitteln
        • Rot-Grün-Blinde müssen alle Inhalte erkennen können
        • Nutzen Sie Tools wie WebAIM Contrast Checker zur Prüfung

         

         Bilder mit ALT-Texten versehen:

        Alternativtexte oder ALT-Texte sind von großer Bedeutung für eine barrierefreie Website und tragen zudem zur Suchmaschinenoptimierung bei. Menschen mit Sehschwächen oder Blindheit können sich die Inhalte der Website vorlesen lassen, indem sie den ALT-Text eines Bildes verwenden. Daher ist es wichtig, dass Sie die Bilder auf Ihrer Website im Backend möglichst präzise beschreiben. Dabei gilt die Regel: So knapp wie möglich, aber so ausführlich wie nötig. Wenn sinnvoll versuchen Sie außerdem, das Hauptkeyword der jeweiligen Seite im ALT-Text zu integrieren.

        • Beschreiben Sie jedes bedeutungsvolle Bild präzise und knapp
        • Ideal: 80-125 Zeichen, aussagekräftig und im Kontext verständlich
        • Integrieren Sie wenn möglich das Hauptkeyword
        • Dekorative Bilder: leer ALT-Attribut (alt=““)
        • Vermeiden Sie Anfänge wie „Bild von…” – das ist redundant mit dem Screen Reader

         

         

        Alternativen für audiovisuelle Medien bereitstellen:

        Audiovisuelle Medien können für bestimmte Personengruppen eine Herausforderung darstellen. Deshalb ist es wichtig, dass Audiodateien wie Podcasts ein Transkript enthalten. Ein Transkript ist eine schriftliche Version des gesprochenen Inhalts. Dadurch haben Personen, die keine Audioinhalte hören können, dennoch die Möglichkeit, den Inhalt zu lesen und zu verstehen. Aus demselben Grund sollten Videoaufnahmen mit synchronen Untertiteln versehen werden.

        • Videos: Synchronisierte Untertitel (Captions) und Audiodeskription
        • Podcasts/Audio: Vollständiges Transkript bereitstellen
        • Hintergrundgeräusche minimieren
        • Nutzen Sie professionelle Untertitel, keine Auto-Generated-Captions allein

         

         

         Barrierefreie Formulare und Call-To-Actions

        Häufig ist das primäre Ziel einer Website, Leads durch Kontaktaufnahmen zu generieren. Daher ist es entscheidend, dass die Kontaktformulare klar und verständlich gestaltet sind. Dies beinhaltet nicht nur die Größe und Farbe der Eingabefelder und Buttons, sondern auch eine eindeutige Beschreibung ihrer Funktion sowie die deutliche Kennzeichnung von Pflichtfeldern. Grafische Captchas sollten vermieden werden, da sie für bestimmte Personengruppen kaum lösbar sind.

        Barrierefreie Formulargestaltung

        • Jedes Eingabefeld muss ein <label> haben
        • Label und Input müssen programmatisch miteinander verbunden sein
        • Pflichtfelder deutlich kennzeichnen (mit required oder aria-required)
        • Fehlermeldungen präzise und lösungsorientiert formulieren
        • Error-Messages am gleichen Ort wie das fehlerhaft ausgefüllte Feld anzeigen

        Keine Grafik-CAPTCHAs

        • Ersetzen Sie diese durch Text-basierte oder logische Alternativen
        • Nutzen Sie reCAPTCHA v3 (unsichtbar, aber auch hier sollten Sie Alternativen anbieten)
        • Größte Barrierefreiheit: Kombinieren Sie mehrere Verifizierungsmethoden

        Button und Link-Text

        • Sagen Sie, was der Button macht: nicht „Klick hier”, sondern „Kontaktformular senden”
        • Links sollten aus dem Kontext verständlich sein
        • Nutzen Sie aria-label nur wenn nötig zur Ergänzung
        4. ZUSÄTZLICHE ANFORDERUNGEN NACH BFSG FÜR E-COMMERCE

         Barrierefreiheitserklärung:

        Verpflichtend ab 2025: Eine Erklärung zur Barrierefreiheit bereitstellen:

        • Diese sollte bekannte Barrieren dokumentieren und Verbesserungsziele aufzeigen
        • Kontaktmöglichkeit für Benutzer, die Barrieren melden wollen

         Informationen zu Produkten & Checkout Prozess:

        Bei E-Commerce: Informationen zur Barrierefreiheit von angebotenen Produkten (soweit verfügbar). Zahlungs- und Sicherheitsfunktionen müssen barrierefreie Alternativen bieten!

        • Der gesamte Kaufablauf muss barrierefrei sein
        • Authentifizierung darf nicht auf Bildern oder Videos basieren
        • Alle Schritte müssen logisch verständlich sein

           

          Praktische Umsetzungsschritte

          Schritt 1: Audit und Bestandsaufnahme

          Lassen Sie Ihre Website von Fachleuten auditieren. Automatische Tools sind nur ein Anfang – ein Expert Audit mit echten Nutzern mit Behinderungen ist essentiell. Dokumentieren Sie den Status quo und identifizieren Sie die größten Barrieren.

          Schritt 2: Priorisierung

          Nicht alles kann sofort umgesetzt werden. Konzentrieren Sie sich zuerst auf: * Kritische Funktionen (Navigation, Formulare, Checkout) * Häufig besuchte Seiten * Größte Barrieren mit höchstem Impact

          Schritt 3: Technische Umsetzung

          • HTML-Struktur überarbeiten (semantisches HTML, ARIA nur wo nötig)
          • Farbe und Kontrast adjustieren
          • Fokusmanagement implementieren
          • Screen-Reader testen (kostenlos: NVDA)

          Schritt 4: Content optimieren

          • Texte vereinfachen und strukturieren
          • Alt-Texte hinzufügen
          • Videos mit Untertiteln versehen
          • Inhalte regelmäßig warten

          Schritt 5: Testing und Monitoring

          • Regelmäßige automatische Tests (axe DevTools, WAVE)
          • Manuelle Tests mit echten Nutzern und assistiven Technologien
          • Nutzer-Feedback-Kanal etablieren
          • Barrierefreiheit in Development-Prozess integrieren

            Informationen zu Produkten & Checkout Prozess:

          Bei E-Commerce: Informationen zur Barrierefreiheit von angebotenen Produkten (soweit verfügbar). Zahlungs- und Sicherheitsfunktionen müssen barrierefreie Alternativen bieten!

          • Der gesamte Kaufablauf muss barrierefrei sein
          • Authentifizierung darf nicht auf Bildern oder Videos basieren
          • Alle Schritte müssen logisch verständlich sein

             

            Vortrag vom SEO-Stammtisch Karlsruhe zur BFSG-Einführung Best Practices bei dm

            Am 13.11.2025, durfte der SEO-Stammtisch wieder im dm-dialogicum in Karlsruhe zu Gast sein. Boris Pawlikowski von dm nahm uns mit in die Praxis und zeigte unter dem Titel „SEO + Barrierefreiheit (BFSG) – Vorteile für beide Welten“, warum Accessibility (A11y) und SEO keine Konkurrenten sind, sondern ein perfektes Match.

            Hier sind die wichtigsten Take-aways des Abends:

            Der rechtliche Rahmen ist klar gesteckt. Seit dem 28. Juni 2025 muss das Barrierefreiheitsgesetz angewendet werden.

            Wen betrifft es? Alle Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten und über 2 Mio. Euro Jahresumsatz.

            Was droht? Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder.

            Die Basis: Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) um und orientiert sich an den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sowie der BITV.

            Doch Boris machte schnell klar: Es geht nicht nur um Compliance. Eine barrierefreie Website hilft nicht nur blinden Menschen, sondern auch Nutzern in situativen Kontexten (z. B. in lauter Umgebung oder mit temporären Einschränkungen wie einem gebrochenen Arm).

            Das Crossover: SEO & A11y

            Oft wird Accessibility als „noch ein To-Do“ neben Technical SEO und Onpage-Optimierung gesehen. Der Vortrag zeigte jedoch: Die Schnittmengen sind riesig. Die Bereiche, in denen SEO und Barrierefreiheit Hand in Hand gehen, sind essenziell für beide Disziplinen:

            Headlines: Klare Hierarchien helfen Screenreadern und Crawlern.

            Binnenverlinkungen: Beschreibende Linktexte sind für alle Nutzer besser.

            ALT-Texte: Essenziell für Screenreader und die Bildersuche.

             Praxis-Tipp: KI-generierte Alt-Texte

            Ein Highlight war der Deep-Dive in die Erstellung von Alt-Texten mittels KI. Da das manuelle Schreiben oft zeitaufwendig ist, setzt dm auf automatisierte Unterstützung.

            Wichtige Learnings zum System-Prompt: Damit die KI brauchbare Ergebnisse liefert, ist die Struktur des Prompts entscheidend:

            Rolle: Zuweisung einer Expertenrolle (z. B. Online-Redakteur).

            Aufgabe: Prägnante Beschreibung des Ziels.

            Regeln: Konkrete Vorgaben (Länge, was soll beschrieben werden).

            Beispiele: Orientierungshilfe für die KI durch Good-Practice-Beispiele.

            Struktur ist alles: Semantik & GEO

            Die semantische Strukturierung von Inhalten (HTML5-Elemente, korrekte Heading-Tags) ist das Rückgrat der Barrierefreiheit. Ein Screenreader liest Elemente in einer festen Reihenfolge vor – z. B. erst den Alt-Text eines Bildes, dann die Headline, dann den Fließtext.

            Spannend für die Zukunft: Eine saubere semantische Struktur hilft nicht nur der klassischen SEO, sondern ist auch die Basis für GEO (Generative Engine Optimization), also die Optimierung für KI-gestützte Antworten.

            Monitoring

            Man muss nicht raten, ob die eigene Seite konform ist. Boris empfahl Tools wie den Screaming Frog, der mittlerweile über dedizierte Features zur Prüfung der Barrierefreiheit verfügt (z. B. fehlende Alt-Texte, Kontrastprobleme oder falsche Überschriften-Hierarchien).

            Barrierefreiheit  ist mehr als nur Gesetzeskonformität

            Digitale Barrierefreiheit ist weit mehr ist als die Vermeidung von Strafen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

            Höhere Zufriedenheit: Bessere Usability für alle senkt Absprungraten.

            Besseres Ranking: Semantisch sauberer Code pusht SEO.

            Mehr Reichweite: Erschließung neuer Nutzergruppen.

            Umsatzsteigerung: Eine logische Konsequenz aus den oben genannten Punkten.

             

            Fazit

            Barrierefreiheit ist seit 2025 nicht mehr optional – es ist Gesetz. Doch noch wichtiger: Barrierefreiheit ist gutes Design, das alle Menschen einbezieht. Eine moderne, professionelle Website ist immer barrierefrei.

            Eine kritische Anmerkung zur Praxis: Viele Unternehmen, insbesondere auch die großen US-Tech-Konzerne, pushen Accessibility-Overlays und automatisierte Lösungen, die faktisch nicht funktionieren. Google selbst ist mit seinen eigenen Accessibility-Standards nicht vollständig konform. Das ist nicht nur heuchlerisch, sondern schadet der echten Inklusionsbewegung. Echte Barrierefreiheit erfordert Investition, Fachwissen und die Bereitschaft, Standards von Grund auf richtig umzusetzen – nicht oberflächliche Pseudo-Lösungen, die in Chatbots und KI-Tools günstig nachgespielt werden können.

            Wenn Sie Barrierefreiheit ernsthaft umsetzen möchten, investieren Sie in echte Expertise, arbeiten Sie mit Menschen mit Behinderungen zusammen und bauen Sie Standards von Anfang an ein. Das ist anstrengender als eine Klick-Lösung – aber es funktioniert wirklich.

            Folgen Sie dieser aktualisierten Checkliste und machen Sie 2026 zum Jahr, in dem Ihre Website wirklich für alle zugänglich wird – nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis.

            Alexander Keller Head of SEO Portrait

            Ihr Ansprechpartner zum Thema Websites & SEO

            Alexander Keller
            Chief Search Architect
            kontakt@paseo-marketing.de
            0721 – 911010

            Aktiv seit 2009 in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Digitalisierung und Growth Hacking – gerne berate ich Sie zu allen Fragen rund um Suchmaschinen und erfolgreiche Online Marketing Strategien.

             

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